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Vergleichende Archäologie römischer Alpen- und Donauländer

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Interdisziplinäre Zusammenarbeit sorgt für neue Impulse

Beide Schwerpunkte profitieren von der Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen. Gleichzeitig soll die Arbeit der Kommission Impulsgeber für neue Kooperationen und interdisziplinäre Zusammenarbeit sein. Dazu gehören sowohl unmittelbar benachbarte historische als auch naturwissenschaftliche Einrichtungen.

Vor Beginn der Ausgrabungen wurden durch Airborne Laserscans und geophysikalische Messungen die Grundlagen für die zielgerichtete Erforschung der beiden Plätze gelegt.

Weil vorgeschichtliche beziehungsweise antike Agrargesellschaften in ihrer Nahrungsmittelversorgung stark vom Klima abhängen, werden archäologisch definierte Kulturveränderungen unterschiedlicher Epochen häufig mit kurzfristigen Klimaschwankungen erklärt.

Kooperation mit Palynologie, Archäobotanik und -zoologie

Im Schwerpunkt Spätzeit wird in dieser Thematik intensiv mit der Forschungsgruppe Palynologie und Archäobotanik der Universität Innsbruck (Prof. Dr. K. Oeggl) zusammengearbeitet. Aus Mooren in der Umgebung gewonnene Pollenprofile helfen bei der Rekonstruktion der Vegetationsgeschichte der Siedlungskammer. Was wurde angebaut, gab es Zeiten der Intensivierung oder Unterbrüche? Wirkte sich die neu erbaute Höhensiedlung auf die agrarische Nutzung des Tals aus?

Die gleiche Arbeitsgruppe untersucht verkohlte Früchte, Getreide und Hülsenfrüchte vom Monte San Martino. Zwei Vorratsdepots und eine Feuerstelle lassen sich vergleichen und die Ernährungsgewohnheiten aber auch die Art der Bevorratung der Bewohner der Höhensiedlung verstehen.

Funde von Tierknochen geben Auskunft über Schlachttechniken, Ernährungs- und Bevorratungsgewohnheiten der antiken Menschen. Welche Rolle spielte die Jagd, wie alt war das Schlachtvieh und ändern sich die Größen der Haustierrassen in der Folge der einschneidenden Umwälzungen, die erforscht werden? Auf dem Monte San Martino stellt sich zudem die Frage, ob die Fleischversorgung nur aus bestimmten, im Tal vorbereiteten und haltbar gemachten Teilen bestand.

C14-Datierungen dokumentieren Zeitraum von fast 1000 Jahren

C14-Datierungen sind immer dann wichtig, wenn anderes Fundmaterial fehlt, das leichter zu datieren wäre, beispielsweise Münzen. Ganz gezielt werden organische Proben (Holzkohle, Knochen) aus relevanten Befunden entnommen und datiert. Auf dem Monte San Martino erreicht man so eine Spanne von der Mitte des 5. Jahrhunderts bis zu letzten Bauaktivitäten in karolingischer Zeit (8./9. Jahrhundert). Ein externer Bau konnte durch diese Methode in das Hochmittelalter datiert werden.