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Vergleichende Archäologie römischer Alpen- und Donauländer

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Anfang und Ausgang der Römerzeit im mittleren Alpenraum

Im Lauf der fast 60-jährigen Forschungsgeschichte der Kommission konzentrierte sich die Arbeit der Archäologen auf zwei Zeiträume: den Übergang von der späten Eisen- in die Römerzeit und den Übergang von der Spätantike ins frühe Mittelalter. Um diese beiden Schwerpunkte entstand das laufende Vorhaben II.E.05, das sich von 2012 bis 2025 mit Beginn und Ausgang der Römerzeit im mittleren Alpenraum (Nordtirol, Südtirol, Trentino) beschäftigt. Im Mittelpunkt steht jeweils ein gezielt auf die Fragestellungen hin ausgewähltes Grabungsprojekt. Parallel dazu entstehen Regionalstudien zur Archäologie der umgebenden Siedlungslandschaften. Siehe hierzu auch die Projekteinleitung.

Frühzeit: Übergang von der Eisenzeit zur Römerzeit

Die frühe Übergangsperiode betrifft den Wechsel von der Eisen- zur Römerzeit. Gewöhnlich wird das Jahr 15 v. Chr. mit dem Ende der Eisenzeit und dem Beginn der römischen Herrschaft gleichgesetzt. Damals eroberten die beiden kaiserlichen Stief­söhne Drusus und Tiberius in einem historisch überlieferten Feldzug die mittleren Alpen zwischen Brenner und Alpenrheintal sowie Teile Süd­deutsch­lands. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen in der Forschung strittige Fragen nach den Verände­rungen der Gesellschaft, des Siedelwesens, der Wirtschaftsweise sowie der religiösen Ausdrucksformen von der unmittelbar vorrömischen Zeit bis zur Etablierung der römischen Militär- und Zivilverwaltung. Diesen Forschungsschwerpunkt betreut Werner Zanier.

Spätzeit: Übergang von der Antike zum Mittelalter

Die späte Übergangsperiode betrifft die intensiv und kontrovers diskutierte Kontinuitätsproblematik von der Antike zum Mittelalter (ca. 3./4. bis 7./8. Jh.). Hier wird untersucht, was sich in dieser Umbruchs­zeit ändert, welche Strukturen oder Traditionen fortbestehen beziehungsweise angepasst werden oder enden, insbesondere unter bevölkerungs- und kulturgeschichtlichen Aspekten. Damit leistet das Projekt auch einen Beitrag zur Debatte, welche Rolle den Nachfolgestaaten (Ostgoten, Lango­barden und Baiovaren) als Kontinuitätsträger zukommt. Diesen Forschungsschwerpunkt betreut Marcus Zagermann.

Die Arbeitsprozesse an beiden Grabungsorten sind in einzelne Module aufgeteilt. Aktuell befassen sich beide Schwerpunkte mit dem Modul, das der Erfassung der Quellen gewidmet ist. Das anschließende Modul befasst sich mit der entsprechenden Auswertung.

Informationen zu den aktuellen Grabungen finden sie unter Schwerpunkt Frühzeit und Schwerpunkt Spätzeit.